| Sensation of Motion in Time / 2000 Performance mit Videoinstallation (text) |
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Dieses Stück "Sensation of Motion in Time" ist eine Tanz/Bewegungs-Performance. Diese Performance soll an einem öffentlichen Ort stattfinden, ein Ort, zu dem man hingeht oder an dem man vorbeigeht, ein Ort mit klarer Raumaufteilung, Zeit- und Bewegungsregulierung z.B. einem Bahnhof, ein Theater, ein Kaufhaus oder ein Museum. Es wirken drei DarstellerInnen mit. Die Handlung dieses Stücks ist nicht festgelegt, sondern lediglich durch eine grundlegende Choreographie und Inszenierung strukturiert. Die Spannung entsteht zwischen dem Ort (Raum), den Zuschauenden (Sehen) und den DarstellerInnen (Gesehen-Werden). In diesem Spannungsfeld wird improvisiert. Wir begreifen dieses Stück als eine Performance in der Art eines Happenings. Dieses Stück ist eine thematische Auseinandersetzung mit dem Thema "Raum, Zeit und Körper". "SPACE IS STRUCTURATION OF BODIES IN TIME" Raum, öffentlicher Raum, ist ein funktional organisiertes und strukturiertes Feld, in dem Körper plaziert und organisiert werden. Raum bedeutet in dieser Performance, dass die DarstellerInnen in diesem öffentlichen Raum einen zweiten Raum schaffen, der den funktionellen und strukturierten Charakter dieses öffentlichen Raumes durchbricht und damit einen rituellen Raum schafft. Dadurch wird in diesem neu geschaffenen Raum die Beziehung zwischen Körperlichkeit und Örtlichkeit sichtbar, thematisierbar und verhandelbar. "TIME IS CONTINUOUS MOTION." Zeit wird im Alltag gleichgesetzt mit der linearen chronologischen Zeit, dem industriellen (Produktions)Tempo. Die Menschen werden dem Regime dieser Zeit untergeordnet, sie müssen sich diesem Regime anpassen. Zeit im Zusammenhang mit diesem Stück bedeutet, dass wir versuchen eine Zeit zu schaffen, die unserer Eigenart entspricht. Wir versuchen Zeit (Tempo) jeweils durch die Spezifik der Körperlichkeit der DarstellerInnen neu zu bestimmen, sie stellt sich durch Atem oder Herzschlag als ein Klang und ein Rhythmus des Körper her. Das lineare der Zeit wird aufgebrochen und zu einer zyklischen Zeiterfahrung. "MOTION IS THE SENSATION OF THE BODY." Körper werden gesellschaftlich reguliert durch Mode, Werbung, Diäten und Gesundheit, ausgerichtet an einem imaginären perfekten Körper. Körper heißt für uns, dass es keinen perfekten Körper gibt, sondern jeder Körper in seiner Eigenart einer individuellen Ästhetik folgend geschaffen werden kann. Eine Bewegung des Körpers kann nicht von Gefühlen und Gedanken getrennt werden. Wir folgen den Empfindungen unserer Körper, seinen Rhythmen und Klängen und drücken sie durch Bewegungen im neu geschaffenen Raum aus. Der Körper fragt nach Möglichkeit, Lebendigkeit, Gender und Ästhetik. VIDEO / DER KÖRPER ALS BILD Wahrend der Performance wird ein Videofilm auf einer Leinwand gezeigt. Dieser Film zeigt die Bewegungen und die Expressivität der Körper von zwei Darstellerinnen. Er greift die Thematik von Raum, Zeit und Körper auf und bearbeitet sie mit den spezifischen Mitteln der Videokunst. Damit findet eine Verdopplung statt: Die Körper sind einmal als reale "Subjekte/Objekte" im Raum und als Bilder, als durch einen (Kamera)Blick eingefangene Momente. Der Körper als Bild und als realer Körper spiegelt sich im Raum, er wird betrachtete/r Betrachter/in. Zusammenarbeit mit Theater Thikwa Performance: Martina Nitz, Tim Petersen, Erika Matsunami Video: Erika Matsunami Konzept/Choreographie: Erika Matsunami Sensation of Motion in Time (2000) · Performance mit Videoinstallation im Rahmen der Ausstellung “touch-Zeit, Raum, Körper“ im Künstlerbahnhof Westend (Karl-Hofer Gesellschaft), Berlin, 2000 · 4th Disability Film Festival (LDAF), National Film Theatre, London, 2001 · Disability Filmfestival (Kynnyskino), Finnish National Gallery, Helsinki, 2003 Sensation of Motion in Time #2 (2003) · Performance mit Videoinstallation im Rahmen der Ausstellung „Der (im-)perfekte Mensch“ im Martin-Gropius-Bau, Berlin, 2003 Performance: Claudia Pfeifruck,Tim Petersen, Erika Matsunami Veröffentlichung: In: Kuppers, Petra. Disability and Contemporary Performance: Bodies on Edge. Routledge Academic Press, New York/London, 2003. |