| Artist Statement | ||
Als bildende Künstlerin setze ich autobiografische Erfahrungen und Motive aus meinem sozialen Umfeld in einen künstlerischen Kontext um und kreiere damit Projekt-Performances und/oder audiovisuelle Mixed-Media-Rauminstallationen. Dazu verwende ich die Medien Video, Super-8-Film, Fotografie und Sound.
Bei den visuellen und auditiven Arbeiten sowie bei den Mixed-Media-Rauminstallationen ist die Sinneswahrnehmung – Sehen und Hören, aber auch das Spüren des Materials – ein wichtiger Bestandteil der Ausdrucksformen. Beispiele meiner Arbeiten sind die Projekte „still/silent“ (2007– ) und „B.O.D.Y.“ (2000–2011). „still/silent“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Pianisten Antonis Anissegos (bis 2009) und dem Tonmeister Nikals Schmincke und wurde ab 2010 mit dem Komponisten und Bassisten Chris Dahlgren fortgeführt. Innerhalb des Projekts B.O.D.Y. gibt es eine Wandinstallation bestehend aus Sound und Fotografien von Haut und Körperteilen. Der Sound ist als synthetisierter Ton des Körperrhythmus über Kopfhörer zu hören, wodurch die Intensität des Höreindrucks verstärkt und mit der optischen Wahrnehmung verbunden wird.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit ist „Einmaligkeit“ – sowohl bei der Performance als auch bei der Live-Art als ortsspezifische Installation –, denn jede Begegnung mit einem Raum oder einem Ort ist ein einzigartiges Ereignis, das sich aus den verschiedenen Möglichkeiten der Elemente ergibt, sodass sich eine neue Perspektive auf die Werke und den Kontext, in dem sie stehen, eröffnet.
Mit den audiovisuellen Arbeiten fordere ich die Normen der Fotografie, des Videos bzw. des Films und des Sounds heraus; ich verwende diese Medien in der Performance sowie in der Live-Art und verknüpfe sie in Mixed-Media-Rauminstallationen. Die Fotografien und Zeichnungen auf Super-8-Film werden digital bearbeitet, um ein experimentelles Video zu schaffen; durch eine kinetische Sprache werden dabei abstrakte bewegte Bilder (Moving Images) erzeugt und es werden so halbvergessene, häufig unbemerkte Zwischenräume in meiner Umgebung deutlich gemacht.
Der Kern der Rauminstallation ist die künstlerische Ordnung des Imaginären und des Symbolischen; diese Ordnung entsteht durch den Kontext des Projekts und die künstlerische Gestaltung mit dem Material und den Klängen und Klangphänomenen im jeweiligen Raum. Die Fotografie spielt auch eine sehr wichtige Rolle für mich/in meinen Werken, ich setze mich sehr oft mit der Methode des Formalismus auseinander.
Methodisch setze ich mich sowohl mit der klassischen als auch mit der traditionellen und japanischen modernen Kunst auseinander; die Erkenntnisse, die ich daraus gewinne, übertrage ich auf mein zeitgenössisches künstlerisches Werk und transportiere sie dadurch in die heutige Gesellschaft. Aktuell arbeite ich an den Projekten „still/silent“, „B.O.D.Y. – hidden codes“, "Les coloris" und „three rooms“ (work title), die alle auch im Jahr 2012 fortgesetzt werden.
„Nach Nelson Goodmans These sind Sinn und Zweck von Kunst und Wissenschaft gleich. Beider Ziel sei Erkenntnis. Und zwar Erkenntnis als (selegierende, sortierende, konstruierende) Organisation von Wissen. In diesem Sinne ist das Wesen von Wissenschaft und Kunst gleichermaßen >kognitiv<, ihre Qualität >kognitive Vortrefflichkeit<.“ (Franz Koppe: Kunst als entäußerte Weise, die Welt zu sehen. Zu Nelson Goodman und Arthur C. Danto in weitergehender Absicht. In: ders. (Hrsg.): Perspektiven der Kunstphilosophie. Texte und Diskussionen; Frankfurt/M., 2. Aufl. 1993) |