B.O.D.Y. / 2000-2009
 
 
 
   
 

Das Projekt "B.O.D.Y." besteht aus Bildern und aufgenommene Sounds von verschiedenen Leuten, Nationalitäten, Geschlecht und Altersgruppen, sowie einem Teil von mir selbst.

Sound “B.O.D.Y.”
Tonmeister: Niklas Schmincke

Abmessung der Ausstellung: 590x100cm
7 x Klänge (7 MP3 Player + 7 Kopfhörer)
Skizze-Raum-Modell 1, Skizze-Raum-Modell 2

Mein visuelles Konzept zum Thema Körper bezieht die beiden Gefühle der Nähe und der Entfernung ein.
Ich versuche eine virtuelle Welt der empfindlichen Berührung zu erschaffen, die mit den geteilten Sinnen des Anderen umgeht.

Das Projekt ”B.O.D.Y.“ 2000-2009

Das Performanceprojekt „sensation of motion in time“ begann im Jahre 2000 zusammen mit zwei Schauspielerinnen vom Theater Thikwa und einem Berliner Theaterprojekt von Schauspielerinnen mit und ohne Behinderung. Es war ursprünglich konzipiert als ein Auftritt mit einer Videoinstallation zum Thema „Zeit, Raum und Körper“, der im Rahmen der Ausstellung „touch“ im Künstler Bahnhof Westend von der Karl-Hof-Gesellschaft aufgeführt wurde. Beide Schauspielerinnen, mit denen ich damals zusammen arbeitete litten unter spastischen Lähmungen. Im Jahre 2003 habe ich zusammen mit zwei weiteren Schauspielerinnen vom selben Theater an meinem Performanceprojekt „sensation of motion in time #2“ gearbeitet. Die Performance wurde im Rahmen der Ausstellung „(in-) perfekte Menschen“ im Martin-Gropius-Bau aufgeführt.

Während dieser zweiten Aufführung ist die visuelle Arbeit „body landscape“ entstanden, bei dem ich damit begann (mikrokosmische) Nahaufnahmen von Teilen der Körper und der Haut zu erstellen. Dabei dachte ich über die Natur nach und verglich sie mit gesellschaftlichen Kriterien der Schönheit. Bäume und Pflanzen in natürlichen Umgebungen haben ihre eigenen Formen und keine festen Normen bezüglich ihres Aussehens. Mit meinem auf die Landschaft gerichteten Blick wurde mir verdeutlicht, wie wertvoll das Leben ist.“ Mit den (mikrokosmischen) Nahaufnahmen von Körperteilen in der Arbeit „Landschaft des Körpers“ frage ich nach Identität, Gender, Schönheitsidealen und Körper(-gefühlen). Bis heute arbeite ich immer wieder mit dem Thema „Zeit, Raum und Körper“ und setze diese Thematik in verschiedenen Medien wie Fotografie, Video und Klang, Performance und Mixed-Media-Installationen um.

Die Wandinstallation „B.O.D.Y.“ besteht aus einer Serie von 20 C-Print-Fotos auf einer Fläche von 20x100 cm mit Fotosec-Versiegelung sowie Sound auf Kopfhörern (sieben Soundtracks und sieben MP3-Player mit sieben Kopfhörern), der Aufnahmen von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Geschlechter und Altersstufen umfasst. Die 20 Fotoaufnahmen von verschiedenen Teilen des menschlichen Körpers werden, abgestuft von hell nach dunkel oder von dunkel nach hell (es gibt so-mit keinen Anfang und kein Ende eines Bildes), nebeneinander im Abstand von ca. 10 cm ausgestellt. Dazu sind die sieben verschiedenen Soundtracks auf Kopfhörern zu hören; die Zahl 7 entsteht aus der Addition von 3 und 4 (3 von Geist, Seele und 4 von Körper, die das Menschliche ausmachen) und ist in verschiedenen Kulturen eine symbolische Zahl. Die Soundtracks tragen Nummern von eins bis sieben; bei dieser Nummerierung ist an keinen dramaturgischen Ablauf gedacht, im jeweiligen Raum und am jeweiligen Ort werden die Soundtracks anders verteilt werden. Zusammen mit der verdoppel-ten Intimität ihrer akustischen Einstellung – eine physisch „beigefügte“ Weise, durch Kopfhörer zu hören, wird synthetisierter Ton, der eine „Eingeweideeinbildungskraft“ zur Tätigkeit innerer Organe (regelmäßiger Rhythmus des Herzschlags, des Atems und der vorläufigen Geräusche von Organen) hervorruft – wird die Sinnlichkeit des Körpers intensiviert. Die Intensitäten, sowohl im akustischen als auch im visuellen Bereich, stimulieren die Einbildungskraft des Betrachters; dies führt zu einem Dialog mit sonst unsichtbaren Details der lebenden Haut und des Körpers. Die Wandinstallation wurde mit einer Collage-Technik gestaltet und der Klang (sieben Soundtracks) nach der so genannten „dépay-sement“-Methode des Surréalisme umgesetzt. Die Wirkung des visuellen Teils der Installation wird bekräftigt durch die Töne, die ein sensueller Ausdruck für das Hören sind und denen sich der Betrachter letztlich vollkommen widmet, sodass sich eigene Bilder imaginieren oder frei assoziieren lassen können.
Die Abstufung von hell nach dunkel (oder umgekehrt) steht metaphorisch für „Zeit, Raum und Körper“ in der Natur, für Leben und Tod.

Ausstellung: 2010
-   „B.O.D.Y.“ – Mix Media/Fotografie/Sound - die Wand Installation, Einzelne Ausstellung, kuratiert von Natasha Bordiglia, Dezember, Diip - L’Associazione culturale Diip, Venedig/Padova, Italien
-   „B.O.D.Y.“ – Mix Media/Fotografie/Sound - die Wand Installation, die Ausstellung GEDOK Berlin 1960-2010 Positionen der Gegenwart, 22.10 - 28.11.2010 im Kunstraum Bethanien, "Positionen 1960-2010, 50 Jahre GEDOK Berlin" kuratiert von Dr. Birgit Möckel, September-November, Berlin
-   „B.O.D.Y.“ – Mix Media/Fotografie/Sound - die Wand Installation, die Ausstellung im das foto image factory, September-Oktober, Berlin
-   „B.O.D.Y.“ – Online Ausstellung "ZWISCHENRAUM für KUNST & MIGRATION" von der Heinrich-Böll-Stiftung, September

Ausstellung: 2009
-   „B.O.D.Y.“ – "SPACE IS STRUCTURATION OF BODIES IN TIME“ #01 und #02 - Videoperformance/Mixed Media Installation, die Ausstellung „o.T.- Wer die Wahl hat“, kuratiert von Karin Scheel, GEDOK Berlin im verborgenen Museum und Pyramide Hellersdorf
-   „B.O.D.Y.“ – Mix Media/Photografie/Sound - die Wand Installation, Ausstellung „unbeschreiblich weiblich“, kuratiert von GEDOK Berlin und Hamburg im Kunstforum der GEDOK Hamburg